Pflegedokumentation: Dokumentationsanbieter haben sich auf den Weg gemacht

Berlin (scp) – Eine wesentliche Rolle bei der Umsetzung der neuen Pflegedokumentation spielen auch die Anbieter der Dokumentationsunterlagen. Wir haben bei MediFox, bei Standard Systeme und bei Connext (Produktfamilie Vivendi) nachgefragt, wie bei Ihnen der Stand der Dinge ist.

Bei allen drei Anbietern steht die Umsetzung der Anforderungen der Strukturierten Informationssammlung (SIS) im Mittelpunkt. Und hier wusste MediFox zu berichten, dass laut dem Projektbüro der ehemaligen Ombudsfrau zur Entbürokratisierung der Pflege, Elisabeth Beikirch, der zurzeit vorhandene Bogen zur SIS noch einmal modifiziert werde. Nach der Ferienzeit sei eine weitere Expertenanhörung geplant, bei der es konkret um die Umsetzung der SIS in der elektronischen Dokumentation gehen soll, so MediFox.

Anbieter sind auf dem Weg: Lösungen stehen bereits bereit

Wie nicht anders zu erwarten, ist die Umsetzung der neuen entbürokratisierten Pflegedokumentation in allen drei Unternehmen bereits weit vorangeschritten. Bei Standard Systeme sei sie bereits in das neue Pflegedokumentationssystem integriert. Eine „Lösung zur strukturierten Informationssammlung (SIS) ist bereits erarbeitet“, heißt es von dort. Auch bei Vivendi stehen die „neuen Lösungen unseres Hauses“ basierend auf dem derzeitigen Erkenntnisstand fertig in der Software bereit. Einige Kunden haben bereits erfolgreich an der Pilotierung teilgenommen.

Gleichfalls auf die Verschlankung der Dokumentation vorbereitet hat sich auch MediFox. „Wir haben bereits mit der Umsetzung der Vorgaben begonnen und sind auf die neue Art der Dokumentation eingestellt“, so das Unternehmen. Der erste Teil der SIS, die eigentliche Informationssammlung, sei in der Software bereits umgesetzt.

MediFox achtet bei der Umsetzung vor allem auf eine hohe Flexibilität bei der Anpassung an Kundenwünsche. Besonderen Wert legt Vivendi auf die lückenlose Integration in die eigene Produktfamilie und in das Funktionskonzept der bisherigen Lösungen. Damit könne der Umstiegsaufwand bei den Kunden sehr gering gehalten werden. Gleiches gilt auch für Standard Systeme. Gezielt sollen Doppeldokumentationen vermieden werden.

Neue Pflegedokumentation: Umsetzung der SIS steht im Mittelpunkt

Das Pflegepersonal hat im Rahmen der neuen Dokumentation die Möglichkeit, die Anamnese und Pflegeplanung zusammenzufassen und durch die SIS zu ersetzen, erläutert Standard Systeme. Im Vergleich zur heutigen Dokumentation müssen somit nicht generell alle Risikoassessments geführt werden.

Dies sieht auch Vivendi so: Die Dokumentation werde sich auf die Tatbestände konzentrieren, die wirklich relevant sind, also auf behandlungspflegerische Maßnahmen und auf Besonderheiten im Pflegeverlauf. Das Dokumentationsvolumen werde sich reduzieren, ohne dass damit eine spürbare Einbuße an Information zu verzeichnen sei.

Mit der Gliederung des Pflegeprozesses „in lediglich vier Schritte“ werde „außerdem der Blickwinkel des Klienten in den Mittelpunkt gerückt“, ergänzt MediFox.

Dokumentationsanbieter fordern klare gesetzliche Vorgaben

„Benötigt werden klare gesetzliche Vorgaben und klare Handlungsempfehlungen, damit es zu keiner Verunsicherung in den Einrichtungen kommt“, mahnt Vivendi: Der erforderliche Paradigmenwechsel bei allen Beteiligten müsse umfassend unterstützt werden.

Für Standard Systeme sollte das Bundesgesundheitsministerium verstärkt Aufklärungsarbeit leisten. Dabei dürfe jedoch nicht die Vorstellung vermittelt werden, dass mit der neuen Dokumentation ab sofort kaum noch dokumentiert werden müsse. Auch für MediFox richtet sich die weitere Umsetzung danach, wie der Prozess vom Gesetzgeber vorangetrieben werde.

Schulung und Beratung als wesentliche Eckpfeiler der Umsetzung

Von den Mitarbeiter(inne)n wird mit der neuen Pflegedokumentation eine hohe Fachlichkeit erwartet, da die Formulierungen in der SIS zum größten Teil völlig frei sind, weist Standard Systeme hin. Daher sei es „von besonderer Bedeutung, die Mitarbeiter(innen) von Anfang an optimal an die Hand zu nehmen, zu schulen und zu begleiten“, so das Unternehmen.

„Am wenigsten müssen wir auf die Umsetzung in der Software schulen“, ergänzt Vivendi, „sondern insbesondere auf die neue Philosophie der Planung und Dokumentation und den damit verbundenen Chancen für den Alltag in einer Pflegeeinrichtung und für die dort lebenden Menschen“.

„Denn erst dann, wenn alle am Prozess Beteiligten das für die neue Pflegedokumentation erforderliche Wissen haben, kann die Dokumentationsstruktur erfolgreich geändert werden“, ist Standard Systeme überzeugt. Mit entscheidend wird dabei sein, das es mit dem neuen Dokumentationsprozess auch zum erforderlichen Umdenken der Mitarbeiter(innen) in ihrer gewohnten Struktur kommt.

Der Beitrag ist von Herrn Michael Schulz von sc-Newsletter zur Verfügung gestellt worden.

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