Der Einstieg

„Wenn Lokführer streiken, kommen wir nicht von A nach B. Wenn die Pflege streikt, kommen Kranke nicht mehr vom Bett zur Toilette. Was ist schlimmer?“. Dr. med. Eckart von Hirschhausen, Arzt, Kabarettist und Gründer der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN, brachte die Bedeutung der Pflege bei der Pressekonferenz zum zweiten Deutschen Pflegetag in Berlin auf den Punkt, und zeigte zugleich deren Dilemma auf. Die Pflegenden müssen wesentlich selbstbewusster auftreten, forderte Hirschhausen.

Immer wieder auf den hohen Wert der professionell Pflegenden hinweisen

„Immer wieder müssen wir die Verantwortlichen in der Politik, bei den Kassen und Sozialhilfeträgern, bei den Gewerkschaften und Arbeitgebern auf den hohen Wert der professionell Pflegenden hinweisen“, mahnte Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates als Initiator des Deutschen Pflegetags.

„Jede Reform muss die Frage beantworten, wer die Leistungen der Pflege und Betreuung erbringen soll. Das ist die Kernforderung der professionell Pflegenden. Auf sie muss es eine Antwort geben“, sagte Westerfellhaus. Künftig müsse „die Pflegepolitik politisch den gleichen Stellenwert haben wie die Energie- und Umweltpolitik“.

„Die generalistische Ausbildung muss kommen“

Für Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, ist „ein Punkt unabdingbar“. Er will „die Gräben zwischen der Alten- und Krankenpflege zuschütten“. „Die generalistische Ausbildung muss kommen“, machte er deutlich. Noch in diesem Sommer werde hierzu ein Referentenentwurf vorgelegt.

„Wenn eine Pflegekammer der Wunsch der Pflegenden ist und bei einer Abstimmung die Mehrheit dafür stimmt, dann sollte man diesen Wunsch auch umsetzen.“
Karl-Josef Laumann

Weiter sagte er, dass wer die Bekämpfung des Fachkraftmangels ernst nehme, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fair bezahlen müsse. „Zudem müssen sich diejenigen, die die Pflegesätze verhandeln, sich fragen lassen, wie es zu den gravierenden Abweichungen in der Bezahlung der Altenpflegerinnen und Altenpfleger kommen konnte“, mahnte Laumann. Das gelte auch für die Sozialhilfeträger. Im Bundesland Niedersachsen erhalten Altenpflegerinnen und Altenpfleger monatlich 500 Euro weniger an Lohn als in Nordrhein-Westfalen.

Schwierigere Umsetzung im stationären Bereich

„Die Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes macht eine Veränderung der Personalschlüssel in der Pflege nötig“, sieht Laumann Handlungsbedarf in der stationären Pflege. „Wir müssen uns die Personalschlüssel Einrichtung für Einrichtung ansehen und uns fragen, was wird sich für die Pflegenden ändern.“ Im ambulanten Bereich werde die Umstellung auf den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff „viel einfacher“ werden, ist sich der Pflegebevollmächtigte sicher.

| Fortsetzung folgt

Der Beitrag ist von Herrn Michael Schulz von sc-Newsletter zur Verfügung gestellt worden.

Kategorie: News

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