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Pflegestreiks im Bundesgebiet: ver.di kündigt mögliche Ausweitung an

Berlin, 22. September 2017: Schon im Juli 2017 hatte die Dienstleistungsgesellschaft ver.di im Bundesgebiet an Kliniken appelliert, in Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung zu treten und war dabei vielfach auf wenig Gesprächsbereitschaft gestoßen. Daher rief ver.di am vergangenen Dienstag Krankenhausbeschäftigte in Bayern, Hessen, NRW, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen und Berlin zum Streik auf. Den Anfang gemacht hatten bereits einen Tag zuvor die Beschäftigten der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

„Leider zeigten einige Arbeitgeber keine Bereitschaft, Entlastung für die Beschäftigten zu schaffen, so dass sich ein Streik nicht verhindern ließ“, sagt Sylvia Bühler, im ver.di-Bundesvorstand verantwortlich für den Bereich Gesundheit. Die ständige Zeitnot mache die Beschäftigten krank. Eine gute Versorgung der Patienten sei so oft nicht möglich. Das betreffe alle Krankenhäuser, egal ob öffentlich oder privat.

Daher hat ver.di länderübergreifend zum Protest aufgerufen und Kliniken unterschiedlicher Träger dazu aufgefordert, in Verhandlungen zu treten. Sylvia Bühler fordert den Gesundheitsschutz der Beschäftigten, der auch mit dem Verweis auf die unternehmerische Freiheit nicht aufhöre. Die konkreten Forderungen sind neben der Festlegung einer Mindestpersonalausstattung Regelungen zum Belastungsausgleich, wenn die tarifvertraglichen Vorgaben umgangen werden. ver.di fordert darüber hinaus eine Verbesserung der Ausbildungsqualität, etwa durch die Freistellung von Ausbildern und Ausbilderinnen für die Praxisphasen der Auszubildenden. Auszubildende sollen darüber hinaus nicht eingesetzt werden, um personelle Engpässe auszugleichen. Eine Ausweitung der Streiks sei nicht auszuschließen, so ver.di.

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