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DBfK: Verlässliche Dienstpläne müssen wieder zum Normalfall werden

Berlin, 03.12.2018. Am 9. November wurde das Pflegepersonalstärkungsgesetz im Bundestag verabschiedet. Es soll am 1. Januar 2019 in Kraft treten. Ist damit ein Ende des jahrelangen Ungleichgewichts zwischen Arbeitsaufkommen und Personalressource in der Pflege in Sicht? Die Richtung scheint zu stimmen und ein erster Schritt ist getan, dem zügig weitere folgen müssen – das konstatiert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK).

Arbeitszeit und Dienstplan

Anfang Dezember ist der DBfK in den dritten Monat seiner Aktion „Mein Beruf: Pflegen“ gestartet. Schwerpunkt in diesem Monat ist ein Thema, das die beruflich Pflegenden unmittelbar betrifft und auch Einfluss auf ihr Privatleben hat: Arbeitszeit und Dienstplan. Die Versorgung kranker und pflegebedürftiger Menschen in Deutschland wäre schon längst eingebrochen, wenn die professionell Pflegenden nicht Tausende von Überstunden im Jahr leisten würden, oft auf Pausen verzichteten und an verbindlich geplant freien oder Urlaubstagen kurzfristig zum Dienst antreten würden, so der Berufsverband. Diese Aushöhlung der Arbeitnehmerrechte müsse aufhören.

„Mit den Materialien und Informationen, die wir zusammengestellt haben, wollen wir die beruflich Pflegenden stärken und dabei unterstützen, ihre Rechte durchzusetzen. Verlässliche Dienstpläne müssen wieder selbstverständlich werden. Denn wer den Pflegefachkräftemangel beheben will, von mehr Attraktivität für Arbeitsplätze in Pflegeberufen spricht und gleichzeitig miserable Arbeitsbedingungen und Verstöße gegen geltendes Arbeitsrecht toleriert, hat als Politiker, Aufsichtsbehörde und Arbeitgeber nicht verstanden, wo seine Verantwortung liegt“, sagt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein.

Versorgungsmängel und -risiken vermeiden, Pflegekräfte stärken

Das deutsche Gesundheitssystem sei bekannt für seine im europäischen Vergleich besonders ungünstige und risikoreiche Nurse-Patient-Ratio, so der DBfK. Nirgendwo sonst müsse eine einzelne Pflegefachperson so viele Patienten/Bewohner versorgen wie hierzulande. Besonders kritisch und gefährlich sieht der DBfK die Situation im Nachtdienst, wie mehrere aktuelle Untersuchungen beweisen. Die Folgen dieses „Wertewandels“ treffen hilfesuchende Menschen und Beschäftigte in der Pflege gleichermaßen: Versorgungsmängel und -risiken hätten enorm zugenommen, trotz Arbeit im Dauerlauf könnten die chronisch überlasteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Pflegeaufgaben längst nicht mehr gerecht werden. Arbeitsrecht würde ignoriert, kurzfristige Dienstplanänderungen, Holen aus dem Frei bzw. Urlaub sowie zahllose bezahlte wie unbezahlte Überstunden seien zur Normalität geworden. Das wirke sich schlecht auf die Gesundheit und die Motivation der Pflegefachpersonen aus und schrecke junge Menschen von diesem Berufsweg ab.

„Der Respekt vor der Würde und Individualität der Menschen, die ich pflege, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Ich will, dass auch mir dieser Respekt entgegengebracht wird!“ Im Dezember greift der DBfK unter diesem Motto zu den Themen Dienstplan und Arbeitszeit u. a. auch Elemente der immer noch aktuellen DBfK-Aktion „Mein Recht auf Frei“ aus 2016 noch einmal auf.

Kontakt:

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de
www.dbfk.de

Über den DBfK:

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Er ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR).

Bildquelle: Wavebreakmedia / Freepik

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